Pünktlich um acht holte ich heute morgen meinen Mietwagen ab. Auf dem Weg zurück zur Unterkunft stoppte ich bei <a href="https://kellyskitchencafe.com/">Kelly's Kitchen Café</a> für leckere Eggs Benedict im Westküstenstil, d.h. mit Avocado, Bacon und gegrillter Tomate. Nachdem ich in der Unterkunft mein Zeug eingesammelt hatte, ging es mit dem Auto in den Norden der Stadt, zum Neck Point Park. Ich passte das Wetter gut ab, während ich im Auto unterwegs war regnete es und ein paar Minuten nach meiner Ankunft war es nur noch ein ganz leichter Nieselregen, der zum Glück auch noch schnell aufhörte. Der Neck Point Park ist geprägt von felsigem Ufer, Bäumen, die sich dem rauen Wetter entgegenstemmen - irgendwie trifft es den Park, wenn man von rauer Schönheit spricht.
Vom Neck Point Park ging es nur ein paar Minuten weiter zu Pipers Lagoon. Pipers Lagoon ist einerseits die (zumindest zum Zeitpunkt meines Besuchs) überwiegend trockenliegende Lagune und zum anderen aber auch der Park auf dem Landarm, der die Lagune einschließt. Wenig überraschend ist der Park - nur wenige hundert Meter entfernt - dem Neck Point Park nicht unähnlich, aber gleichzeitig irgendwie doch ganz anders. Der Park bietet neben einem tollen Rundwanderweg durch das Wäldchen auf der Landspitze schöne Buchten und versteckte Aussichtspunkte, wo man diese tolle Natur genießen kann.
Auf dem Weg in den Süden der Stadt musste ich eh einmal durch die Stadt, sodass ich kurz für einen Mittagssnack stoppte und dann weiter zum Cable Bay Trail und den Dodd Narrows fuhr. Kurz vor Ankunft regnete es plötzlich relativ stark und ich hatte die Wahl meines Ausflugsziels fast schon bereut - aber wieder kurz nach meiner Ankunft ließ der Regen deutlich nach und der Rest des Regens wurde vom Wald über mir abgehalten. Der Cable Bay Trail ist ein ausgesprochen hübscher Waldwanderweg und geht entlang einer kleinen Schlucht durch den Wald runter Richtung Cable Bay. Es gibt am Wegrand immer wieder spannende Dinge zu entdecken, z.B. einen großen gehauenen Stein und die kleinen Holzeulen, die man immer wieder an Bäumen finden kann. Am Ende des Wegs überquert man auf einer Brücke die Schlucht. Ich nehme an, dass da auch ganz schön reißendes Wasser durchströmen kann - aber davon war nichts zu sehen. Am Ende des Trails angekommen steht man auf einer Landspitze mit Sicht rüber nach Gabriola Island und ich habe einen Vogel einen Moment vor und einem Moment nach dem Fischfang aufs Foto bekommen. Da ich leider keinerlei Ahnung von Vögeln habe, kann ich nicht sagen, wen oder was ich da fotografiert habe.
Von da wanderte ich dem Ufer entlang zu Dodd Narrows, wo das Wasser durch eine enge Stelle zwischen Vancouver Island und Mudge Island strömen muss - ich hab meinen Besuch so geplant, dass ich zum Zeitpunkt der größten Strömung vor Ort war. Das Rauschen des Wassers dort ist eindrucksvoll, insbesondere all die kleinen Wasserwirbel, die sich da permanent bilden und umbilden. Ich hatte ein wenig Pech - Dodd Narrows ist bekannt für vielfältige Wildlife-Sichtungen, Orkas, Wale, Seelöwen, Adler und viele mehr. Aber als ich dort war bekam ich leider nichts zu sehen und meine beiden Vögel bei Cable Bay blieben meine einzigen Wildlife-Sichtungen. Als der Regen irgendwann wieder leicht einsetze, habe ich mich in den Wald zurückgezogen und bin zurück zum Parkplatz gewandert - die Tatsache, dass vorhin alles bergab ging, bedeutete nun aber, dass alles steil bergauf ging.
Mein letzter Park, den ich heute besuchen wollte, war der Jack Point and Biggs Park, der auf der Landzunge Duke Point liegt, an deren Ende das große Fährterminal liegt. Der Park liegt ein wenig eingezwängt zwischen Ufer und der Zubringerstraße zum Fährterminal, bietet jedoch eine schöne Sicht auf Nanaimo und mit ein bisschen mehr Glück als ich es hatte oft auch etwas Wildlife. Ich wanderte den Park bis zur Landspitze entlang und genoss dort vorne die Aussicht - so lange bis wieder der Regen auftauchte und ich mich wieder in den Wald verzog. Insgesamt hat das mit dem Wetter so super hingehauen. Nach fast 20km wandern an dem Tag wurde es Zeit für ein Abendessen im <a href="https://www.offthehooknanaimo.com/">Off The Hook</a> mit ganz hervorragenden Ribs. Auf dem Weg zurück zur Unterkunft machte ich noch einen kleinen Umweg über das Old City Quarter, in der Hoffnung, dass es in der Dämmerung noch ein wenig mehr her macht - aber richtig überzeugt bin ich da immer noch nicht.